Was ist ein ERP? Einfach erklärt für KMU und Handwerk
ERP steht für «Enterprise Resource Planning». Ein ERP-System ist eine Software, die die Abläufe eines Betriebs an einem Ort zusammenführt – Aufträge, Planung, Zeiten, Material und Rechnungen – statt sie in getrennten Programmen und Excel-Listen zu führen. So wird jede Angabe nur einmal erfasst.
Was macht ein ERP?
Ein Beispiel aus dem Handwerk: Der Kunde bestellt eine Reparatur. Im Büro entsteht daraus ein Auftrag, der Monteur sieht ihn in der Einsatzplanung, erfasst vor Ort Zeit und Material im Rapport, der Kunde unterschreibt – und aus genau diesen Daten entsteht die Rechnung. Niemand tippt etwas ab. Das ist der Kern eines ERP: ein Datenbestand für alle Schritte.
Typische Module eines ERP
| Modul | Wofür | Beispiel im Handwerk |
|---|---|---|
| Aufträge und Projekte | alles zu einem Auftrag an einem Ort | Kunde, Objekt, Dokumente, Stand der Arbeit |
| Einsatzplanung | wer wann wo arbeitet | Teams, Fahrzeuge und Maschinen einteilen |
| Zeiterfassung | Arbeitszeit pro Person und Projekt | Stempeln per App, Web oder Terminal |
| Rapporte und Baujournal | Leistung dokumentieren | Regierapport mit Unterschrift des Kunden |
| Material und Lager | Bestand, Bestellung, Verbrauch | Material aufs Projekt buchen |
| Offerten und Rechnungen | vom Angebot bis zur Zahlung | Rechnung mit Swiss QR-Rechnung aus dem Rapport |
| Finanzbuchhaltung | Buchungen, Abschluss, Mehrwertsteuer | im ERP selbst, beim Treuhänder oder in einer Buchhaltungssoftware |
ERP, Branchensoftware, Buchhaltungssoftware – der Unterschied
| Software | Schwerpunkt | Typisch für |
|---|---|---|
| Buchhaltungssoftware | Finanzen: Belege, Rechnungen, Abschluss | Betriebe, die vor allem die Administration abdecken wollen |
| Branchensoftware | die Abläufe einer Branche, zum Beispiel Baustelle und Service | Handwerks- und Servicebetriebe |
| ERP | alle Bereiche in einem System verbunden | Betriebe, die Planung, Leistung und Abrechnung durchgängig führen wollen |
Die Grenzen sind fliessend: Eine Branchensoftware, die Aufträge, Planung, Zeiten, Material und Rechnungen verbindet, ist für einen Handwerksbetrieb das ERP.
Ab wann lohnt sich ein ERP?
Entscheidend ist nicht die Grösse des Betriebs, sondern wie viel doppelt gemacht wird. Typische Anzeichen:
- Dieselben Angaben werden mehrfach abgetippt – vom Zettel ins Excel, vom Excel in die Rechnung.
- Geleistete Stunden oder verbautes Material fehlen auf der Rechnung.
- Niemand weiss ohne Telefon, wer gerade auf welcher Baustelle ist.
- Rapporte kommen Tage später oder gar nicht ins Büro.
- Offerten entstehen jedes Mal neu aus alten Word-Dateien.
- Auswertungen pro Projekt gibt es nur mit viel Handarbeit.
Treffen zwei oder drei Punkte zu, lohnt sich der Schritt meist – beim Einmannbetrieb genauso wie beim Betrieb mit 80 Mitarbeitenden.
Vier typische Setups
Ein ERP muss nicht alles selbst machen. In der Praxis gibt es vier Varianten:
| Setup | So spielt es zusammen | Passt, wenn … |
|---|---|---|
| Eigenständig | Planung, Zeiten, Rapporte, Offerten und Rechnungen laufen in einer Software | du alles Operative an einem Ort willst |
| Mit Treuhänder | die Software liefert Rechnungen und Belege, der Treuhänder führt die Buchhaltung | die Buchhaltung ausgelagert ist |
| Mit Buchhaltungssoftware | Kunden, Projekte und Rechnungen werden über eine Schnittstelle abgeglichen, zum Beispiel mit bexio oder Abacus | du die Buchhaltung selbst führst |
| Neben einem grossen ERP | das ERP führt Rechnungen und Finanzen, die tägliche Arbeit läuft in der Branchensoftware | es bereits ein ERP gibt, das im Feld zu schwerfällig ist |
Auch grössere Betriebe arbeiten so: Bei einem Kunden mit über 80 Mitarbeitenden laufen Rechnungen und Finanzen im ERP, die tägliche Arbeit – Planung, Zeiten, Rapporte – in noovi.
noovi als ERP für Handwerk und Service
noovi, die Software für Schweizer Handwerks- und Service-KMU, verbindet Zeiterfassung, Rapporte, Baujournal, Einsatzplanung, Offerten und Rechnungen mit Swiss QR-Rechnung in einer App, die auch ohne Empfang funktioniert. Über Schnittstellen lässt sich noovi mit Buchhaltungssoftware oder einem bestehenden ERP verbinden. Wie noovi im Vergleich zu anderen Lösungen dasteht, zeigt die Übersicht Handwerkersoftware Schweiz im Vergleich.
Häufige Fragen
Was bedeutet ERP?
ERP steht für «Enterprise Resource Planning», auf Deutsch etwa Unternehmensressourcen-Planung. Gemeint ist eine Software, die die Abläufe eines Betriebs in einem System zusammenführt.
Was ist der Unterschied zwischen ERP und Buchhaltungssoftware?
Eine Buchhaltungssoftware kümmert sich um die Finanzen. Ein ERP verbindet zusätzlich die Abläufe davor: Aufträge, Planung, Zeiten, Material und Rechnungen.
Braucht ein Handwerksbetrieb ein ERP?
Das hängt nicht von der Grösse ab, sondern davon, wie viel doppelt erfasst wird. Sobald Stunden, Material oder Rapporte mehrfach abgetippt werden oder auf Rechnungen fehlen, lohnt sich ein durchgängiges System.
Was kostet ein ERP für KMU?
Die Preise unterscheiden sich stark je nach Anbieter und Umfang. noovi kostet ab CHF 19.– pro User und Monat (Basic) bzw. CHF 39.– (Pro) und lässt sich 30 Tage kostenlos testen.
Wie lange dauert die Einführung?
Sind deine Stammdaten bereit, lassen sie sich bei noovi in wenigen Minuten importieren, und du kannst starten. Wer mit dem Standard arbeitet, ist sofort startklar. Hast du viele Spezialfälle, braucht es – wie bei jedem System – zuerst etwas Planung und Tests.
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